Die heilige Nino

 

Es existieren viele

 Legenden und Sagen darüber, wie Georgien zum Christentum bekehrt wurde. Ich möchte an dieser Stelle auf Nikolaus Gulaberidze zurückgreifen, wessen Buch den Titel trägt: "Lesung für die lebendige Säule, den Rock des Herren und die Katholiche Kirche".

 Hierin erklärt der Autor folgendes:" Das wilde Volk von Georgien musste nicht durch den Mut des Mannes, sondern durch die Schwäche einer Frau bekehrt werden. Denn gerade in der neuen Botschaft komme der Frau eine hohe Würde zu".

Der Legende nach ist Maria der Auftrag ausgefallen Georgien zu missionieren. Sie beauftragte ihre Vertreterin Nino, indem Sie ihr im Traum erschien und ein mit ihren Haaren geflochtenes Weinrebenkreuz zeigte. Nach dem erwachen fand Nino dieses Kreuz tatsächlich neben sich liegend vor. Sie nahm dieses Kreuz mit nach Georgien und hielte damit viele Kranke.

Die frühsten Aufzeichnungen über das iberischen

Königshaus und darüber, dass die Georgier das Christentum angenommen haben existieren seit 327.Die heilige Nino wurde in der Nähe der Stadt Signagi im Kloster Ninozminda beerdigt. Das Kloster,

in welchem die Heilige ihre letzte Ruhe gefunden hat, kann besichtigt werden.

 

 

David Agmaschenebeli ( der Erneuer )

 

 Nicht umsonst galten das 11. und 12. Jahrhundert als Georgiens Renaissance. König David III mit Beinamen "der Erneuer" sorgte dafür, dass Georgien von der Herrschaft der Araber befreit wurde. Er einigte verschiedene georgische Fürstentümer und sicherte die Grenzen. Für seine Erfolge wollte ihn der byzantinische Kaiser mit dem Ehrentitel "Kuropalat" auszeichnen. König David lehnte ab. Er nannte sich "König der Abchasien, Georgier, Ranen  und Kachen Autokrat - Selbstherrscher". Außerdem beanspruchte er nicht nur den Titel " Sebastos (Augustos) ,sondern auch "Panhypersebastos" (Über-alle Augustus). Seine Überlegenheit gegenüber den Arabern brachte ihm den Namen: "Schwert des Messias".

 

 

Der Heilige Georg

 

Der Heilige Georg ist der Schutzpatrone Georgiens. Er, dessen Leben so oft in georgischen Legenden verewigt wurde, stammte sehr wahrscheinlich aus Kappadokien und diente als Offizier im römischen Heer. Zirka 303 nach Christus starb er den Märtyrertod. Die Verehrung des heiligen Georgs begann in Palästina und verbreitete sich ziemlich schnell.

Die Schuld an Georgs Tod suchten die Byzantiner nicht bei den römischen Kaisern, sondern bei den Persern und deren König Dadiano. Wegen der ständigen Kampe der Byzantiner gegen Perser, Araber und Avaren und wegen der ewigen Suche nach heiligen Beistand fand Georg in der orthodoxen Kirche große Verehrung. Seit dem 10. Jahrhundert erscheint er anstelle des römischen Kaisers auf Bildern und Fresken, unter den Hufen seines Pferdes kämpft ein Drache, der seinerseits das Böse symbolisiert.

Georgier hatten es in ihrer Geschichte schwer, denn die ewigen Kriege und Kämpfe gegen islamische Araber, Seldschuken, Mongolen,

Perser und Türken brachten das Land an seine Grenzen. Den Geistigen Beistands fanden Georgien im Heiligen Georgs.

 

Georgiens ethnographische Gruppierungen

 

 In Georgien gibt es sehr viele kleine Völker und verschiedene ethnographische Gruppierungen, beispielsweise Swanen, Chewsuren, Megrelen, Kachetia, Guria, Imeretia, Pschawen, Radschwelen und, und, und. Jedes kleine Volk von diesen Gruppierungen spricht eigenen Dialekt und hat spezifische Charaktereigenschaften.

 

Swanetien

Swanetien das ist der höchste und isolierste Teil Georgiens. Der Fluss Enguri nimmt hier im Kaukasusgebierge seinen Anfang. Hier, nah zum höchsten Berg "Uschba"- auf georgischen Seite, singen sogar Bergen und Kippen wenn die Sonne scheint. Dieses Naturereignis ist bekannt.

In Swanetien sagt man "Mein Haus ist mein Schloss" und ganz genau so wird dort gebaut. "Kor"- so heißt ein Haus in Swanetien und das dazu gehörige Schloss "Murkwa". Es muss vor Schnee und ungebetenen Gästen schützen.

Um 1987gab es eine Naturkatastrophe in Swanetien. Alte sowie neu gebaute Häuser wurden zerstört, aber den alten Schlössern konnte die Katastrophe nichts anhaben.

Die Dörfer von Swanetien hinterlassen bei den Besuchern unglaubliche Eindrücke. Schneebedeckte Berge, breite und tiefe Täler, dichte Wälder. Swanen sind hervorragende Bergsteiger. Kein Wunder- schließlich befindet sich Swanetien direkt im Kaukasusgebierge.

Die Häuser, die wegen den Finden hoch in die Bergen gebaut worden sind und vor ungebetenen Gästen schützen sollten, vermitteln unglaublichen Stolz und ungebrochenen Willen, Swanetien frei und unabhängig lassen zu wollen.

 

Chewsurien

Ein wenig anders sieht es in Chewsurien aus. Chewsurien liegt im ostgeorgischen Teil des Kaukasusgebierges. Unter den Bergen Ostgeorgiens ist alles kleiner und gemütlicher. Auf den Wäldern wachsen krause kleine Büsche und überhaupt ist alles hier etwas warmherziger.

Hier in dieser Region sehen wir bis heute eine mit traditionellen Kostümen bekleidete Bevölkerung. "Talawari" heißt hier die männliche und weibliche Tracht.

Radscha

Radscha ist die Nachbarregion von Swanetien. Es ist die Region in welcher die berühmte Traubensorte "Chwanschkara" wächst. Die territorialen und geschichtlichen Ähnlichkeiten dieser Provinzen haben architektonische Parallelen zur Folge.

Die Häuser in Radscha, wie auch in Swanetien, bestehen aus mehreren Stockwerken, sie haben Schließscharten in jeder

Himmelsrichtung. Früher vor 200-300 Jahren wurden an den Fassaden der Häuser die rechten Hände von Erfinden befestigt.

 

Samegrelo

Samegrelo liegt im Westen von Georgien. Der Dialekt der Megrelen ist ausgeprägter, so dass man nur Ansätze der Sprache versteht, vorausgesetzt man spricht Georgisch. Hier in diesem Teil Georgiens wird großer Wert auf Nationalornamente gelegt. Häuser, Zäune, Türe werden hier mit solchen Verzierungen geschmückt. Ökonomisch gesehen ist dieser Teil Georgiens reich an Holz. Der Phantasie und dem Können der Tischlermeister sind keine Grenzen gesetzt.

Mit unglaublicher Schönheit und exzellenten Geschmack wurde Kaiser Dadianis Schloss in Sugdidi erbaut. Früher hatte jede Familie einen eigenen Tischler, der liebevoll das Zuhause gestalte. Manche Möbelstücke waren sehr beliebt, z.B. das georgische Recamiere, mit erhöhten Ende auf einer Seite, das fast jede Familie besaß.

 

Kachetien

Kachetien befindet sich im Osten Georgiens. Die Weinkultur und ihre Tradition sind hier heimisch. Heiße und lange Sommer, kurze und feuchte Winter sorgen hier für eine Vielfalt an Früchten.

Wenn man die Hauptstadt Tiflis verlässt und Richtung Osten fährt sieht man nur Reben. Schon im Juni gibt es hier die erste Traubenernte. Weintrauben aller Art und Sorten fühlen sich hier zu Hause.

 

 

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