GELATI

KLOSTER GELATI

 

König David der Erneuerer ließ Anfang des 12. Jahrhunderts das Kloster Gelati errichten, welches sich in der Nähe der Stadt Kutaisi befindet.

Das Wort Gelati stammt aus dem griechischen  „Genetlion“ und bedeutet „Geburt der Gottesmutter“. Der Ort des Klosters war gut gewählt.

Damals, nämlich 1106, war Kutaisi Georgiens Hauptstadt, da sich Tiflis in der Hand der Araber befand. Das Kloster Gelati lag im Mittelpunkt des Landes. An das Kloster angeschlossen war ein Hospital, in dem Mönchsärzte und Heiler Kranke versorgten.König David der Erneuerer ließ im Umfeld von Gelati eine Akademie der Gelehrten eröffnen. Er lud Arsen Ikaltoeli und Johannes Petrisi ein, ins Land zu kommen. Beide haben vorher an der Mangana-Akademie in Konstantinopel gearbeitet und mussten wegen ihrer neoplatonischen Ansichten die Stadt verlassen.In dieser Akademie zu Gelati wurde Geometrie, Arithmetik, Astronomie, Musik, Grammatik, Rhetorik und Dialektik gelehrt, allerdings lag der Schwerpunkt in Forschungen über die Antike. Berühmt wurde die Miniaturenschule des Klosters, die sich ein Beispiel nahm an derbyzantinischen

Miniaturmalerei.In Gelati wurde die Silber- und Goldschmiedekunst perfektioniert, beispielsweise wurde der Triptychonrahmen der Zellenemailleikone von Charchuli in dieser Klosterwerkstatt gefertigt.Die Blütezeit Gelatis dauerte bis zum 14. Jahrhundert an. Schließlich schwächten Kriege und andauernde Raubzüge diese Klöster. Osmanen überfielen Gelati 1510 und 1759, wobei sie nicht bloß Kunstwerke stahlen, sondern auch das Klostergebäude beschädigten und zerstörten. So gingen kunsthistorisch bedeutende Bauten des Klosterkomplexes verloren, etwa die Muttergotteskirche (erbaut von 1106 bis 1125), die Kirche des heiligen Georg, die Nikolauskirche, der Glockenturm im

Westen (alle erbaut im 13. Jahrhundert), die Akademie (errichtet Anfang des 12. Jahrhunderts) mit Pontikus (konstruiert im 13./14. Jahrhundert). Von anderen Klosterbauten stehen nur noch die östlichen und südlichen Tore. Die Mönchszellen, der Palast der Patriarchen und das Gästehaus

wurden zerstört.König David ließ im Osten des Landes eine weitere Akademie namens Ikalto bauen. In der Nähe zu Tiflis wurde das Kloster Shio-Mgwimme errichtet. In diesen wissenschaftlichen Zentren Georgiens wurden Philosophie, Astronomie sowie Weinbau und Landwirtschaft gelehrt. Diese Klöster bewahrten die georgische Sprache und Kultur. In solchen Akademien wurden die bedeutendsten Skriptorien aufbewahrt. Die georgische Literatur erlebte damals ihre Hochblüte.Um 1200 entstand das wichtigste Werk georgischer Literatur, das Nationalepos „Der Recke im

Tigerfell“. Der Lyriker Shota Rustaweli schrieb dieses Werk für die Königin (er sah in ihr seine Muse, in dieser Hinsicht glich der Autor den Renaissancedichtern Dante und Petrarca, welche ebenso für ihre Auserwählten Beatrice und Laura schrieben). Rustaweli verbalisierte am liebsten seine unglaubliche Liebe zu der Königin. Am Hofe, an dem Shota Rustaweli eine angesehene Stellung innehatte, erregte er Neid und Eifersucht. Schließlich wurde der Dichter ins Exil nach Jerusalem gesandt.Das Manuskript zu seinem höfischen Epos „Der Recke im Tigerfell“ wurde 2013 in das Register des Weltdokumentenerbes aufgenommen.

 

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